Randweg


Das Duo Randweg besteht aus Andreas Ernst und David Baurmann



Das Duo Randweg unternimmt mit seinem zweiten Album Meanderlust einen Ausflug in melodische Gefilde und rhythmische Windungen. Die Lieder klingen dabei so eigensinnig wie eingängig: Sie sind Wohlfühlmusik mit experimentellem Kern, ein „Seelenbrot“ für Musikliebhaber. Mit ungewöhnlicher Instrumentierung (Klarinette, Gitarre, Bass, Cajon, Rechner) und einzigartigem Stil beschreiten Randweg einen bislang unbetretenen Pfad. ​„Ein detaillierter, feinfühliger, ein sanfter wie kratziger, einer, den man ab sofort öfter gehen möchte.” (De:Bug). Sie brechen mit jeglicher Erwartungshaltung, die man angesichts der hier versammelten Instrumente haben könnte und das Klarinetten­Spiel ​„hat nichts zu tun mit den üblichen Klischees, die man mit diesem an und für sich unschuldigen und liebenswürdigen Instrument verbindet. Im Gegenteil, ihr Sound erinnert viel öfter an unsere allseits geliebten analogen Vintage­Synthesizer.”​(Groove).

Andreas Ernst​spielt seit seinem 12. Lebensjahr Klarinette. Außergewöhnlich ist die Art, wie er sein Instrument einsetzt: Er benutzt die Klarinette als Tongeber, wie einen natürlichen Oszillator, dessen Schwingungen er mit Effekten verfremdet und in eine andere Klangwelt überführt. Ein Holzblasinstrument als Controller für Bodeneffekte wie Klangwandler,FilterundDelay. AndreasunverwechselbareSpielweisefindetsichauchinProduktionenvonRipperton, Ellen Allien oder im 2008 erschienenen Swing Bop von Der Dritte Raum.

David Baurmann bildet mit Bass und Gitarre den musikalischen Counterpart auf den Saiten und bereichert die elektronischen Beats mit seiner Cajon. In der Aachener Elektronik­Szene als DJ fest verankert, ist er hier der Instrumentalist, dem das Duo den eigentümlichen Band­Sound verdankt. Es ist ein Glücksfall, dass die Beiden sich getroffen haben, 2007, in Berlin. Zusammen sind sie ​Randweg​.

Die Liveumsetzung der Stücke ihres Debut­Albums Equisetales (2013) hatte Andreas und Davids Spielfreude geweckt. Mit seinen vier Instrumenten interpretierte das Duo nicht nur den Klang des Albums völlig neu, Andreas und David fanden im Zusammenspiel auch den Grundstein, von dem aus ​Randweg fortan in musikalisches Neuland mäandern würde. Bald spielten sie ihr ständig wachsendes Repertoire in Clubs und auf größeren Festivals. Veröffentlichungen auf Dock Records und Nachtdigital folgten. In dieser Zeit entstanden auch die zehn Lieder für Ihr zweites Album Meanderlust​.

Deutlich akzentuierter gelingt es Andreas und David auf dem zweiten Langspieler, scheinbar mühelos über Genregrenzen und ihre benachbarten Felder zu wandern. Mal mit Folkanleihen, mal in jazziger Verspieltheit, hier elektronisch, dort mit offener Sympathie für epischen Rock: ​Randweg ​brechen mit jeglicher Erwartungshaltung, die man angesichts der hier versammelten Instrumente haben könnte und entführen mit ​Meanderlust in eine musikalisch eindrucksvolle, cineastische Landschaft.

Wie ein Sog zieht ​Wokules Walzer hinein in Randwegs Klangwelt. Klappengeräusche bilden das rhythmische Gerüst zu einer verträumten Sommernachtsmelodie. In dem darauf folgenden Reigenlied ​Firletanz umgarnt eine tänzelnde Klarinette die komplexe Bass­ und Beatsektion im 6/8­Takt. ​Bassas​kommt dunkler daher. Bass, Pianos und Klarinetten bauen ein Klanggewölbe, das sich bei ​(the beautiful world of) Larry Farrey ​in den volltrunkenen Doris Day Fan mit starkem Mitteilungsdrang verwandelt. Die A­Seite endet mit ​Morning Glory ​in Stereolab­vertrauter Kontemplation.

Die B­Seite eröffnet mit ​Drommeldar eine Fata Morgana, erschaffen nur mit Klarinette, Effekten und Beats im 9/8 Takt. Dazu in starkem Kontrast stehen ​Gobold ́s Riddle​: das treibende, nach Spacefolk klingende, rasanteste Stück des Albums und ​Mars Mellow, das die clubbigere Seite Randwegs präsentiert. Episch schichten sich in ​Life One Gitarre, Bass und Klarinette zu ungeahntem Bombast, bevor das Album mit ​Pool ​im Spacemen 3­Spacerocksound fast abendliedhaft endet.

Meanderlust wurde aufgenommen in Berlin und Aachen und abgemischt von ​Eric Michels​. Das Mastering übernahm Manuel G. Richter (LeafAudio). Cover Artwork: ​Greta Brix, ​Art Direction: Alexander Seeberg­Elverfeldt. Funken ist ein Label von​Andreas Krüger (d3R) ​und Freunden für elektroakustische Musik.

Equisetales
Meanderlust